Ich zeichne schon, seit ich denken kann. Probiere mich aus, lerne mehr und mehr. Ich schulte schon früh meine Kenntnisse, kopierte, entwickelte weiter und verfeinerte meine Technik. Vom Kindergarten bis ins Berufsleben hinein. Oft einfach als Hobby, dann irgendwann als Chance, die Leidenschaft zum Beruf zu machen. Vom Zeichnen im Kindergarten bis zum Tätowieren mit der Nadel ist einiges passiert und ich frage mich. Illustrieren und Tätowieren: Passt das zusammen?
Durch und durch Gestalterin
Durch den Einfluss meiner Eltern war ich sehr versessen darauf einen Beruf zu ergreifen, der ordentlich Geld bringt. Spoiler: Hat nicht funktioniert. Note zu schlecht, kein Interesse an Zahlen, kein NC und Lernwille für Medizin oder Jura. Aber was mit „Kunst“ war halt nicht drin, zu brotlos. Ich wusste schon seit meiner Kindheit, ich würde keinen Bürojob wollen. Wo bin ich gelandet? Im Büro. Mediengestaltung. Das war es! Irgendwie etwas, wo man was kreieren kann, sieht gut aus, man wird dafür bezahlt. Ok, fein. Am Ende der Ausbildung hat aber was gefehlt. Das große Geld? Die Erfüllung? Ich hängte ein Studium dran: Kommunikationsdesign. Irgendwie das gleiche, besserer Abschluss. Mehr Geld?
Ich lernte aber während des Studiums den Beruf des Illustrierens kennen und war gefesselt. Viele Bestandteile des Studiums bestanden aus Zeichnen und ich entdeckte wieder, was ich immer wusste. Zeichnen ist das, was ich immer und am meisten machen möchte.
Meine Liebe zum Zeichnen
Mit dem Bachelor in der Tasche war ich bereit für die ganz großen Designagenturen. Ich wusste, ich würde in „Mad Men“-Manier (ok, habe ich nie geguckt) aufmarschieren und sie würden sich um mich reißen und dann verdiene ich richtig viel Geld und bin richtig kreativ und mache richtig tolle Sachen. Turns out: Grafikdesign ist nicht, wofür ich lebe. Ich bin Mittelmaß, sieht ok aus. Aber niemand hat sich um mich gerissen und so richtig tolle Sachen habe ich auch nicht gemacht 7 Jahre lang. Mit einem niederschmetternden und langweiligen Portfolio in Grafikdesign und der Stimme in meinem Ohr, machte ich mich als Illustratorin selbstständig. Ich war viele Jahre schon im Nebenjob selbstständig, ich wusste, es ist hart. Ich wusste, es wird ein langer Weg. Mit der Selbstständigkeit schon in der Tasche, öffnete sich aber noch ein weiterer Weg: Das Tätowieren. Ich liebe die Ästhetik von Tattoos, habe oft Designs für Familie und Freunde entworfen und jetzt bot sich die Chance, es selbst zu versuchen. Ein Gedanke, den ich oft beiseite schob. Keine Ausbildung, Selbstständig, unsicher. Jetzt steckte ich sowieso schon in der Situation und ergriff die Chance.
Der Output für dich
Ich zeichne mit Leidenschaft. Dabei ist es fast nicht wichtig für wen oder was. Das Handwerk habe ich, lerne ich und entwickle ich weiter. Nun habe ich auch eine Möglichkeit, Individualität, Liebe und Ästhetik auf die Haut zu bringen. Ein weiteres Medium für meine kreative Vielfalt.
Geht Illustration und Tätowieren zusammen? Für mich definitiv „Ja“! Beides kommt aus dem gleichen Quell der Illustration, sie bedienen sich nur unterschiedlicher Techniken, die erlernbar sind. Illustrieren und Tätowieren: Passt!
